„Der letzte Sommer“ ist geschafft…

…das war wieder eine Woche mit vollem Programm! Hauptprobe, Generalprobe, zwei Aufführungen und dann war am Sonntag noch der Termin zum Bühne-Abbauen. Puh.

Wir sind alle sehr zufrieden wie das Stück unserem Publikum gefallen hat und freuen uns über die Rezension von Monika Jost-Ullmann:

Der letzte Sommer – Theater Blumhardt entwirrt ein Beziehungsgeflecht auf der Bühne des Hermann-Maas-Hauses

Am 16./17. November kehrte erneut der Spätsommer auf die Theaterbühne zurück. Die tragische Komödie „Der letzte Sommer“ von Neil Simon führte uns zurück in die 50er Jahre. Eine idyllische Veranda, ein romantischer Garten und eine Familie mit diversen Beziehungsproblemen standen im Mittelpunkt des Schauspiels. Wortwitz und tragische Szenen wechselten sich in erquickender Weise ab und verschafften dem Publikum einen kurzweiligen Theaterabend.

Im Mittelpunkt des Geschehens standen Burt Hines und seine Tochter Josie (Matthias Methner und Helen Albrecht). Der herzkranke, bleiche Burt, dessen Lebenszeit sich seinem Ende neigte und die schlagfertige, intelligente Josie zogen das Publikum schnell in ihren Bann. Abgerundet wurde dieses Trio durch Filomena (Katja Windisch), der resoluten, lebenserfahrenen und skeptischen Haushälterin, die hinter jedem Busch die kommende Gefahr witterte.

Die kam denn auch in Gestalt einiger, teils skurriler Gäste, die gemeinsam mit der Familie die vitalen Gefühle zwischen Liebe, Freundschaft und Verwelken teilten. Burts geschiedene Frau Annie (Christiane Kaltschmitt), die trotz Trennung noch immer zärtliche Gefühle für ihren Burt hegte, Kenny (Holger Neumann) der von Josie frisch Entlobte, Ray (Andreas Leukert-Knapp) der von Josie Begehrte, Vinnie Basani (Thomas Wenzel) der Mafioso und Haifischjäger aus Miami, Samii (Katja Ludwig) die naive Blonde und nicht zuletzt Luciano (Christoph Fauser), Filomenas nach sieben Jahren plötzlich zurückgekehrter Ehemann.

Sehr gut waren die Rollen besetzt. Alle Spieler liefen zu ihrer Bestform auf. Das tragische, geschiedene, gefühlvoll gespielte Ehepaar, die ausdrucksstarke Josie mit ihren diversen Lovern – oder Möchte-gern-Ehemännern gaben die heiter bis melancholische Kernfamilie. Einen besonderen Akzent setzte das „Sich-Neuzusammenfinden“ zwischen dem lange getrennten Paar Filomena und Luciano – ein Schlagabtausch der besonderen Klasse. Auch das neue Liebes-Duo Samii und der Mafioso, die sich perfekt in die Rolle der Naiven bzw. des Prolos einfanden, spielten einfach überzeugend. Sarkastisch bis zur Selbstironie, als Loser der Partie zeigte Kenny sein Bestes und Ray schmachtete glaubhaft für seine Josie dahin.

Im Hintergrund wirkte Katrin Weißer als Souffleuse. Daniel Horsch und Michael Weiss, die für Ton und Technik Verantwortlichen, sorgten für einen reibungsfreien Ablauf des Theaterabends.

Gut unterhalten verließ das zahlreiche Publikum nach guten zwei Stunden das Hermann-Maas-Haus. Die bange Frage bleibt: Wie lange noch können solche Aufführungen, die nun schon seit Jahrzehnten das Gemeindeleben bereichern, stattfinden? Der drohende Rückbau des Gemeindehauses wird auch für diese vergnüglichen Stunden einen tiefen Einschnitt bedeuten.

Monika Jost-Ullmann